Das Subharchord wurde leider nur in einer kleinen Serie von ca. 7 - 8 Stück produziert.

Der Preis betrug ca. 30.000 Mark/DDR bzw. 30.000 DM (Export).
Für das Design des Instrumentes war Formgestalter (Designer) Gunter Wächtler verantwortlich.

Das Subharchord manifestierte sich in vier unterschiedlichen Typen:
1] das Labormustergerät (klein und ohne Gehäuse)
2] das Subharchord in dem Gehäuse das eigentlich für die "Toccata-Orgel" vorgesehen war
3] das Subharchord im Metallgehäuse auf dem der Name "Subharchord" zu lesen ist (der sogenannte Prototyp)
4] das Subharchord-Exportmodell (vielfach mißverständlich als Typ II bezeichnet), der am weitesten entwickelte Typ, der über eine eingebaute erweiterte Tastatur zur Ansteuerung der MEL-Filterbank verfügte.

Ich danke allen Institutionen und Privatpersonen, die Fotos des Subharchords für diese Website freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Alle Besitzer eines derartigen Instrumentes, die ich noch nicht persönlich erreichen konnte, sind hiermit gebeten weiteres Foto- und Informationsmaterial beizusteuern.

Gesucht werden technische Unterlagen, Schaltpläne, Stromlaufpläne, Zeichnungen etc. ...

M. Miersch
- info@subharchord.de -

 

- Standorte und Typen

1) ehemals BRATISLAVA, CSSR / jetzt Wien, Österreich

Typenbezeichnung: O 101 2-05/68

Fotos vom Elektronischen Musikstudio bei Television Bratislava von 1968 (seinerzeitige Leitung: Ing. Ivan Stadtrucker)
mit Karlheinz Stockhausen bei einem Besuch im Studio - am Subharchord II / III.

Das Subharchord aus Bratislava wurde mittlerweile vom Technischen Museum in Wien angekauft und ist dort in der Schausammlung zu sehen. Das Instrument ist nicht funktionsfähig, so konnte z.B. die Rhythmisierung trotz bereits unternommener Bemühungen nicht wieder in Betrieb gesetzt werden.
Mittlerweile hat das Subharchord eine neue Frontplatte bekommen, die auf dem Foto noch fehlt (Stand: 2015).
www. technischesmuseum.at

 

2) PILSEN, CSSR

 

3) PRAG, CSSR

 

4) WARSCHAU, POLEN

Das Subharchord im Studio Warschau.    - existierte nicht ...

In einer Nachricht vom 4. März 2005 teilte mir Prof. Krzysztof Szlifirski freundlicherweise folgendes mit:

"Sehr geehrter Herr Miersch,
mit Spannung habe ich Ihre Informationen unter www.subharchord.com über die Geschichte des Subharchords gelesen. Ich möchte aber die Warschauer Subharchord-Episode aufklären. Als technischer Leiter des Experimental-Studios des Polnischen Rundfunks habe ich, wahrscheinlich im Jahre 1967, das Subharchord bestellt. Nach dem Abhören des Tonbands mit Subharchord-Klangbeispielen kamen wir zusammen mit polnischen Komponisten zu der Überzeugung, daß ein solches Instrument nach dem subharmonischen Prinzip Schwierigkeiten verursachen und die schöpferische Freiheit begrenzen kann. Dann habe ich die Bestellung zurückgenommen. Bis heute bin ich nicht sicher ob diese Entscheidung richtig war. Aber die Information über die Bestellung des Warschauer Studios ist im Prospekt verblieben."

Danke für diese Richtigstellung, Herr Prof. Szlifirski !

 

5) TRONDHEIM, NORWEGEN

Typenbezeichnung: O 101 2-06/68

Das Instrument Typ Subharchord II / III (2014 RMT 92-17) steht im Ringve Museum.
Es wurde vom Norwegischen Rundfunk im Rahmen der Leipziger Messe geordert. Bestimmt war es für den Vorsitzenden des Musik-Ressorts, den Komponisten
Gunnar Sønstevord, der ehemals der führende Norwegische Komponist für Film und Theater war.
Sønstevord hatte das Instrument auch benutzt, entsprechende Tonaufzeichnungen sind allerdings bis heute leider unauffindbar.

Das Subharchord ist Eigentum des Norsk Teknisk Museum (NTM) in Oslo. In der Ausstellung des Ringve Museums steht es als Leihgabe.

Photo: by courtesy of Mats Krouthén, curator,
Ringve museum, Lade Alle 60, PB3064 Lade, 7441 Trondheim, Norge/Norway.

 

6) BERLIN, DEUTSCHLAND / ehemals AdK-Standort Heubnerweg, nun Hanseatenweg

Beim abgebildeten Instrument handelt es sich um einen Prototyp des Subharchords, das um 1981 in den Besitz der Akademie der Künste gelangte.
Das Subharchord stammt aus dem Nachlaß des RFZ-Adlershof. Bevor es in das Studio für Elektroakustische Musik am Heubnerweg gebracht wurde stand es einige Zeit im Postmuseum. Das Gerät ist gegenwärtig (2014) nur in Teilbereichen betriebsfähig, da u.a. lediglich drei der vier Frequenzteiler funktionieren. Es steht im Studio für Elektroakustische Musik der AdK am Hanseatenweg.

Fotos: Manfred Miersch, mit freundlicher Genehmigung des Studios für Elektroakustische Musik der AdK.
Dank an Gerd Rische (Studioleitung) und Georg Morawietz (Toningenieur, Tontechnik).

Folgende Fotos stammen von Mai 2005 (nach der Restaurierung), sie entsprechen dem gegenwärtigen optischen Zustand:

Folgende Fotos stammen von Oktober 2002 (ausgebaute Mel-Filter mit zusätzlichem Keyboard):

Die MEL-Filter-Elemente waren ausgebaut und mit einem Keyboard (Klaviatur) gekoppelt worden, um sie extern spielen zu können.

 

7) BERLIN, DEUTSCHLAND / ehemals Funkhaus Nalepastrasse, nun Technikmuseum

Typenbezeichnung: O 101 2-04/68

Nach abenteuerlicher Suche, auch mithilfe eines speziell angefertigten "Steckbriefes", konnte der Autor dieser Website das verloren geglaubte Subharchord Typ II / III am 2. April 2003 in einem Abstellraum im alten Berliner Funkhaus in der Nalepastraße ausfindig machen. Der Abstellraum wurde von den Betreibern des Studios "Hörspiel 2 Produktion" als Lager genutzt. Die Studiobetreiber hatten das komplette Studio-Inventar nach der Wende gekauft. Der ehemalige Leiter des Entwicklungslabors, Herr Steinke, hatte irrtümlicherweise vermutet man hätte das Instrument "gestolen aus dem Funkhaus" (Zitat). Der Autor dieser Website mochte dieser Annahme, die Herrn Steinke mehrfach vertrat, so auch in einer mail vom 19. Dezember 2002, angesichts des beträchtlichen Gewichtes des Instrumentes nicht glauben und wurde fündig! Das wiedergefundene Subharchord gleicht dem Exponat des Trondheimer Museums (s.o.). Das Instrument, das leichte Beschädigungen am Gehäuse aufwies und ansonsten technisch defekt war, wurde im Jahr 2007 von Herrn Georg Geike instandgesetzt. Dadurch ist das Instrument wieder spiel- und einsatzfähig.

Seit Mai 2010 hat das Instrument eine neue Heimat! Es wurde vom Deutschen Technikmuseum Berlin angekauft und gehört nun dauerhaft zum Bestand. Fotos: Standort Funkhaus, Herbst 2003.

Fotos: Manfred Miersch, mit freundlicher Genehmigung der Verantwortlichen.

 

- Verschwundene Instrumente

a) DRESDEN, DEUTSCHLAND

Das Subharchord im Trickfilmstudio Dresden.

Von 1955 bis 1992 war Dresden mit dem eigenwirtschaftlich betriebenen Puppen- und Trickfilmstudio der DEFA die Produktionsstätte für den Animationsfilm der DDR. 1992 wurde das Dresdener Studio für Trickfilme abgewickelt. Übrig geblieben von dem Dresdner DEFA-Trickfilmstudio ist das Deutsche Institut für Animationsfilm e.V. (DIAF), dass nach dem 1.Internationalen Dresdner Symposium für Animationsfilm am 16. November 1993 gegründet wurde. Es bewahrt die Hinterlassenschaft des Defa-Trickfilmstudios und stellt aus seinem Filmarchiv regelmäßig Programmreihen für das Dresdner Kurz- und Animationsfilmfestival zusammen. Zur Hinterlassenschaft gehört leider nicht das einst im Trickfilmstudio stehende Subharchord II / III (das erste ausgelieferte Gerät der Kleinserie).

In einem Interview, das der Autor dieser Website im Juli 2003 mit dem Komponisten Karl-Ernst Sasse führte, sagte Herr Sasse:
"Das Subharchord im Trickfilmstudio der DEFA in Dresden ist leider zerstört worden. Techniker, die dort herumliefen, die eigentlich mit dem Subharchord nichts zu tun hatten, haben sich schon gegen Ende der DDR Leiterplatten herausgezogen (...)." (siehe Teil 3 der Geschichte des Subharchords)

* www.subharchord.de